Logo Junge Akademie WittenbergJunge Akademie Wittenberg

Fotos der Gerichte des Konfi-Koch-Tages.

Bericht

Lecker – einfach – fair! Konfi-Koch-Tag online zur Einen Welt

Das Highlight der Konfi-Samstage des Kirchspiel Dobiens war eigentlich immer das gemeinsame Kochen und Essen – jedenfalls nach dem Feedback der Konfis vor Corona. Letzten Samstag hatte die Gruppe dann die Gelegenheit, dem geteilten Hobby trotz Pandemie zu frönen. Selten hatte sie so viele Küchen gleichzeitig zur Verfügung, um ein kulinarisches Feuerwerk zu starten. In den Genuss kamen dabei nicht nur die Konfis, sondern auch ihre Familien, Freunde und die ganze Welt – denn Ziel der Aktion war es, mit möglichst klimaschonender Kost kreativ zu werden.

Das Format eines Konfi-Koch-Tages online

Da Kochen nicht unbedingt die Leidenschaft aller ist, wurde zum Konfi-Koch-Tag als freiwilliges Angebot eingeladen. Es meldete sich ungefähr die Hälfte der Gruppe – gleichermaßen Jungen wie Mädchen – an. Ca 12 Menschen waren eine gute Größe, aber auch mit mehr wäre das Format kein Problem gewesen. Die Gruppe traf sich am Vormittag für 60-90 Minuten in einer Video-Konferenz für eine Hinführung zum Thema faire Ernährung und die Auswahl der Rezepte. Dann hatten sie frei und konnten ggf. noch ein paar Zutaten besorgen. Am Nachmittag gingen die Koch-Sessions los – ebenfalls in der Video-Konferenz. Jede Kleingruppe hatte für ihr Rezept 30 Minuten zur Verfügung und leitete die anderen im Kochen an. Jede Person kochte das eigene Rezept, sowie 1-2 weitere der Wahl, sodass letztlich alle Rezepte von ein paar Menschen gekocht wurden.

Hinführung zum Thema „faire Ernährung“

Das Thema „faire Ernährung“ baute auf einen vorigen Konfi-Tag zur Gerechtigkeit bei Luther auf. Während die Gruppe bei diesem Treffen verschiedene Thesen zu Gerechtigkeit formuliert hatte, kam es beim gemeinsamen Kochen auf die praktische Anwendung an.

4-was-gehort-fur-dich-zu-einem-guten-essen-dazu.jpg

In verschiedenen Stimmungsbildern führten die Konfis Essen und Gerechtigkeit zusammen. Hierfür wurde das Tool Menti-Meter gewählt. Die Konfis äußerten Ihre Vorlieben, was zu einem guten Essen unbedingt dazugehöre und reflektierten, was Essen mit Gerechtigkeit zu tun haben könnte. Im Rahmen der Umfrage wurde auch nach Unverträglichkeiten und Produkten, die überhaupt nicht schmecken oder die jemand nicht isst gefragt. Diese Auskünfte flossen später in die Rezeptauswahl mit ein.

5-was-hat-essen-mit-gerechtigkeit-zu-tun-1.jpg

Nach dem Einstieg in Stimmungsbildern wurde das Thema faire Ernährung noch einmal intensiver betrachtet. In einem Whiteboard – das ich leider, leider vergessen habe zu sichern – trugen die Konfis verschiedene Kriterien für ein faires Essen zusammen. Besonders wichtig war ihnen, dass jede:r etwas abbekommt, es verträgt und es schmeckt, aber auch Tierrechte, fair-gehandelte Produkte und Klimagerechtigkeit aufgrund des CO2 Verbrauchs von beispielsweise tierischen Produkten wurden in diesem Zusammenhang genannt. Die Hinführung zum Thema nahm ca 30 Minuten in Anspruch, so dass noch genug Zeit für die Auswahl der Rezepte in Kleingruppen blieb.

Wenn das Thema faire Ernährung vertieft, bzw. die Pause verkürzt werden soll, kann auch der ActionBound von Food Justice eingesetzt werden. Er ist auf eine städtische Umgebung mit Supermarkt, Bioladen und Kantine angelegt und dauert ca 90 Minuten.

Rezeptsuche

Für die Rezeptsuche fanden sich die Konfis in Kleingruppen zu bis zu 4 Personen in Break-Out-Räumen zusammen und erhielten den Link zu einer virtuellen Pinnwand – in diesem Fall Padlet im Regal-Format. Ihre Aufgabe war es nun, ein Rezept zu finden, dass drei Kriterien entsprechen sollte:

  • Lecker: Die Zutaten mussten allen schmecken, bzw. von ihnen vertragen und gegessen werden. Falls das nicht möglich ist, sollte eine Alternative angegeben werden (bspw. ein Fleisch-Ersatz-Produkt). Hierfür wurde das Bild der Menti-Umfrage zu Unverträglichkeiten in das Padlet hochgeladen.
  • Einfach: Nicht mehr als 10 Zutaten, die Zubereitung dauert maximal 30 Min. (ohne Koch-/Backzeit), keine exotischen Küchenutensilien.
  • Fair: Möglichst geringe CO²-Bilanz, möglichst regional und saisonal, faire Produkte, kostengünstig.

ueberpruefung_0.pngNun konnten die Kleingruppen die Zutaten sowie die Koch-Utensilien für ihre Rezepte in das gemeinsame Padlet eintragen. Außerdem sollten sie mit Hilfe des CO²-Rechners der Klimatarier die CO² Bilanz des Gerichtes berechnen und ebenfalls in das Padlet posten. Die Berechnungen wurden teilweise von anderen Konfis kritisch überprüft und kommentiert. Heraus kam eine schöne Übersicht an fünf Hauptgerichten und Nachtischen. Rückblickend wäre es vielleicht sinnvoller gewesen, die Gruppen in Vor – Haupt- und Nachspeisen einzuteilen, aber auch so kam es zu einem vielfältigen Angebot. Jede Person suchte sich neben dem eigenen 1-2 weitere Rezepte aus, von denen bis zum Nachmittag die Zutaten besorgt werden sollten. Da die Gerichte einfach gehalten waren, hielt sich der finanzielle Aufwand in Grenzen. Dennoch könnte es gerade in Zeiten der Pandemie für einige Familien hilfreich sein, eine Erstattung der Zutaten durch die Gemeinde anzubieten.

Koch-Sessions

Am Nachmittag gingen die Koch-Sessions los. Jede Gruppe hatte 30 Minuten für ihr Rezept und leitete darin die anderen zum Kochen an. Ein Programm hierzu wurde auf dem Padlet veröffentlicht. Diese Zeit wurde teilweise als etwas kurz empfunden. Möglich wäre es auch gewesen, in Break-Out-Sessions mehrere Gerichte gleichzeitig anzubieten und sich länger Zeit dafür zu nehmen. Eine Übersicht müsste dann schon am Vormittag erstellt werden, sodass niemand die Zutaten für zwei parallele Sessions besorgt. Trotz alledem hat das Kochen wunderbar geklappt und zu jedem Rezept entstanden mehrere leckere Gerichte, die in Fotos ins Padlet gepostet und kommentiert wurden.

Abschluss

Das Essen genossen haben die Konfis dann wieder ganz analog mit ihren Familien, die sich sehr über das bereitete Mahl freuten. Vor der Verabschiedung in der Video-Konferenz wurde noch ein Link mit einer anonymen Umfrage geteilt. Hier konnten die Teilnehmenden für die Gerichte Sterne je nach Geschmack, Einfachheit und Fairness vergeben und diese kommentieren. Die Umfrage wurde über die Seite BitteFeedback erstellt. Das Gericht mit den meisten Sternen wird nun im Gemeindeblatt veröffentlicht, aber auch alle anderen Rezepte werden der Gemeinde zum Nachkochen zur Verfügung gestellt. Hierfür habe ich einen Klon des Padlets nur mit den Rezepten und ohne persönliche Informationen der Konfis erstellt, welcher durch einen QR Code auch in Printmedien integriert werden kann:

Mit Padlet erstellt

Weitere Beiträge zu Globalem Lernen in der Konfi-Arbeit und Anregungen zur Nutzung digitaler Medien gibt es im Blog der Projektstelle "Konfis und die Eine Welt". Dort befindet sich ebenso eine Übersicht an Konfi-Bausteinen zum Globalen Lernen.

Querverweise

Schlagworte:  Konfis Global

Projekte:  Konfis und die Eine Welt

print