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Briefe des Planspiels FairKleidung. Foto von Miriam Meir

Bericht

3 Todesfälle und eine Bombendrohung

Können wir als Käufer*innen in Deutschland die Arbeitsbedingungen in anderen Ländern beeinflussen? Welche Akteure sind involviert und was sind ihre Handlungsspielräume? Während Politiker*innen in Deutschland ein potentielles Lieferkettengesetz debattieren, schlüpfen Konfirmand*innen auf den Wittenberger KonfiCamps dieses Jahr in die Rollen unterschiedlicher Akteure des Textilhandels. Das Planspiel FairKleidung wird Teil des Friedenstages auf den KonfiCamps sein. Letzte Woche konnten wir es mit Jugendlichen vorab spielen.

Im Planspiel FairKleidung korrespondieren Konfis als Arbeiter*innen, Textilfabrik, Modefirma, Käufer*innen und NGO in Briefen, untermauern sie mit bunten Emojis und versenden sie quer über die (KonfiCamp-)Welt. Sie setzen sich mit den Interessen ihrer Rollen auseinander, verhandeln ihre Positionen und kommunizieren sie im Podium an eine*n Politiker*in. Im Anschluss können sie selbst aktiv werden: mit einem Brief an echte Politiker*innen und Modefirmen, mit einer Social Media Story oder einem Beitrag zur Kampagne 100 Million gegen Kinderarbeit.

Im März haben einige Stifte der KonfiCamps das Planspiel zum ersten Mal erprobt. Letzte Woche konnten wir es dann auch mit Jugendlichen und Erwachsenen auf der Familienfreizeit des Kirchenkreises Arnstadt-Ilmenau in Rudolstadt spielen. Die friedlich anmutende Briefkorrespondenz offenbarte in der Auswertung mehrere Todesfälle in der Arbeiterschaft und eine Bombendrohung. Handlungsoptionen mit denen wir so gar nicht gerechnet hatten. Daraufhin kam es zu einem lebhaften und spannenden Austausch im Plenum. Besonders das Briefe-Schreiben und die Offenheit der Möglichkeiten wurden im Feedback von den Teilnehmenden geschätzt und sie hätten gerne mehr Zeit damit verbracht.

Im Anschluss an das Planspiel haben die Teilnehmenden Actionbounds zu Kinderarbeit, Kaffee und Handykonsum  für das Gelände erstellt. So konnten auch wir Neues lernen und daraus mitnehmen.

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