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Bericht

Thesen Kirche gegen Rechts

Abschlussthesen der Teilnehmenden des Ratschlag Kirche aktiv gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit vom 20. bis 21. November 2008

Aus den kirchlichen Bekenntnissen leitet sich der Auftrag an Kirche ab, sich gegen Fremdenfeindlichkeit zu engagieren.

Das Engagement von Christinnen und Christen bzw. der Kirche gegen Fremdenfeindlichkeit und für Demokratie ist eine Aufgabe, die sich direkt aus der Bibel und den Glaubensfundamenten herleiten lässt.

Kirche muss ein Lernort der Demokratie sein.

Kirche muss ein Lernort der Demokratie werden.Als Christinnen und Christen sind wir herausgefordert, Demokratie innerhalb der Kirche und als Teil der Gesellschaft zu leben, demokratische Diskurse und Strukturen sowie eine breite Zivilgesellschaft zu organisieren bzw. zu unterstützen.

Das Engagement der EKM gegen Rechtsextremismus muss verstetigt werden.

Im Themenjahr 2008 der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands "Nächstenliebe verlangt Klarheit" wurden kirchliche Aktionen gegen Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt und Thüringen erstmalig vernetzt sowie eine Handreichung für die Gemeinden herausgegeben. Dieses Engagement muss über 2008 hinaus fortgesetzt und die Arbeit der AG Rechtsextremismus in der EKM verstetigt werden. Damit Kirche als Akteur im ländlichen Raum in der Fläche für Demokratie eintreten kann, braucht es zusätzlicher
finanzieller und personeller Unterstützung.

Gerade die ostdeutsche Zivilgesellschaft braucht das Engagement der Kirchen.

Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit haben besondere ostdeutsche Ausprägungen. Da Zivilgesellschaft weniger ausgeprägt entwickelt ist und Demokratie als Staatsform weniger unterstützt wird als in Westdeutschland, finden extremistische Gruppen und Parteien mehr unbesetzte Räume, in denen sie
erfolgreich aktiv werden können. Gerade deshalb sollte Kirche als parteilicher zivilgesellschaftlicher Akteur vor Ort besonders aktiv sein.

Eine längerfristige Perspektive für kirchliches Engagement bedarf einer Vernetzung auf EKDEbene.

Rechtsextremismus ist allerdings kein ausschließlich ostdeutsches Phänomen. Nicht nur Solingen und Mölln mahnen. In den letzten Jahren wurden deshalb in vielen Landeskirchen in Ost und West Arbeitsgruppen eingerichtet und Arbeitsmaterialien für Gemeinden erstellt. Es ist an der Zeit, diese Gruppen stärker zu vernetzen und eine bundesweite Arbeitsgruppe bei der EKD einzurichten, die sich aus Mitgliedern der landeskirchlichen Arbeitsgruppen, von Aktionsbündnissen und Mobilen Beratern gegen Rechtsextremismus zusammensetzt.

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit Miteinander e.V. Magdeburg und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt durchgeführt und von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

Querverweise

Schlagworte:  Rechtsextremismus und Zivilgesellschaft

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