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#twalm: Alles, was lebt, twittere SEINE ID immer und ewig

Bericht

#twalm - ein Morgenimpuls

#twalm versucht Psalmen in eine Sprache für Twitterer und Internetaffine Menschen zu übersetzen. Tobias gestaltete dazu einen Morgenimpuls für die ökumenische Fachkonferenz Jugendarbeit Sachsen-Anhalt und Thüringen 2019, die hier nachgelesen werden kann.

- Es gilt das gesprochene Wort -

Gottes Größe und Güte preisen wir mit unterschiedlichsten Worten, z.B. auch im Psalm 145, für dessen sprachliche Ausgestaltung ich 2 1/4 Beispiele bringen werde. Sprache ist dabei ein Ausdruck der Lebenswirklichkeit derjenigen, die es aufschreiben bzw. übersetzen, aber auch derjenigen, die es lesen und verstehen – oder auch nicht.

In der Fassung der Lutherbibel von 1912 klingt Psalm 145 zu Gottes Größe und Güte so:

1 Ein Lob Davids. Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. 2 Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewiglich. 3 Der HERR ist groß und sehr löblich, und seine Größe ist unausforschlich. 4 Kindeskinder werden deine Werke preisen und von deiner Gewalt sagen. 5 Ich will reden von deiner herrlichen, schönen Pracht und von deinen Wundern, 6 daß man soll sagen von deinen herrlichen Taten und daß man erzähle deine Herrlichkeit; 7 daß man preise deine große Güte und deine Gerechtigkeit rühme.
 8 Gnädig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.

Quelle: http://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/psalm/145/#1

In der Volx-Bibel, die vielleicht auch manche von Euch schon mal in der Jugendarbeit genutzt haben, beginnt der Psalm 145 wiederum so:

1 Dies ist ein Song, um Gott zu loben, ich will ihn ehren, ihn da oben. Er ist mein Boss, ungelogen, dir will ich auf ewig danke sagen!

(Quelle: http://wiki.volxbibel.com/Psalmen_145)

Da das nur gerappt schön klingt und ich nicht rappen kann, lasse ich das bei dem Viertel.

Letztes Jahr fand in Wittenberg zum ersten Mal ein Barcamp Kirche Online in Ostdeutschland statt. Da trafen sich Menschen, die digitale Kirche weiterentwickeln, digitale Tools für Kirche nutzen, Kirche in der digitalen Welt positionieren oder einfach mal schauen wollten, wohin es online so geht. Darunter waren Nerds, aber auch Teilnehmende aus Jugend- und Gemeindearbeit, vom PTI und anderen Einrichtungen, Laien mit und ohne Vorerfahrungen.

Bei einem Barcamp gibt es keine vorher vereinbarten Workshops, vielmehr bringen die Teilnehmenden Themen ein, bieten an ihre Erfahrungen, Gedanken und Fragen in sogenannten Sessions zu diskutieren. Der konkrete Ablaufplan entsteht jeweils am Morgen in der Sessionplanung. So fand sich am zweiten Tag des Barcamps auch eine kleine Gruppe zusammen, die überlegt hat, wie man Psalmen für Menschen, die viel in digitalen Welten unterwegs sind, gut übersetzen kann. Schon beim Barcamp selbst und in den nächsten Wochen haben sie diese Übersetzungen unter dem Hashtag #twalm online veröffentlicht.

Timo Versemann, Leiter des Projektes Netzteufel an der Ev. Akademie zu Berlin, hat später Psalm 145 so als #twalm übersetzt:

Ein #twalm Davids. Ich will dich erheben, mein Gott, du Provider. Ich will deine Hashtags und Handles anderen empfehlen. Nicht nur am FollowFriday, sondern jeden Tag, will ich deine Hashtags und Handles anderen empfehlen.

Gott ist der Provider und seine Netze sind mit 5 Sternen zu bewerten. Seine riesigen Netze sind unausforschlich. FollowersFollower werden deine Werke preisen. Und deine gewaltigen Taten in Podcasts und .gifs verbreiten.

Sie tweeten von deinen symmetrischen Netzzugängen und deiner Glasfaser, die in jedes Haus reichen. Sie teilen das Wissen und die Weisheit unter freien Lizenzen in deinen Netzen. Gnädig und barmherzig ist der Provider.

(Quelle (leicht verändert): https://twitter.com/Netz_Teufel (ein Projekt der Ev. Akademie zu Berlin))

Wie gesagt, alle sprachlichen Ausformulierungen leben davon, dass sie verstanden werden. Während ich erstmal nachschauen musste, was ein FollowFriday ist, können andere Menschen nichts mit dem eher altmodischen Wort „dich rühmen“ nichts anfangen. In einer Kinderkirche sollten neulich Kinder „jauchzen“, weil das so im Bibeltext vorkam. Erstmal wussten sie nicht, wie sie reagieren sollten, dann rief einer „Jubel“. Das kannte er, weil man das beim Wittenberger Stadtfest „Luthers Hochzeit“ so ruft. Und irgendwie hatte er die Idee, dass jubeln und jauchzen etwas Ähnliches sein müssten.

Aber zurück zur Suche nach einer Sprache für die digitale Welt, schließlich soll das heute unser Thema sein. Deshalb stelle ich kurz ein paar weitere #twalm vor. Wer noch mehr finden will, kann diese gern bei Twitter und Instagram unter #twalm oder auf dem Instagram-Account twalmstagram nachlesen oder sich auch gern an eigene Übertragungen wagen.

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(Quelle: https://www.instagram.com/twalmstagram/)

Weitere #twalm: https://twitter.com/search?f=tweets&q=%23twalm&src=typd

Wer die jeweiligen Autoren unter dem Twalm lesen konnte, hat gesehen, dass ich in dieser kurzen Andacht schon Texte von fünf Menschen gezeigt habe, die unter #twalm Übertragungen von Psalmen versuchen.

Eine andere aktuelle Form Gottes Größe und Güte zu preisen sind Lieder. Ich lade Euch deshalb herzlich einem weiteren Lied mit der Band ein.

Querverweise

Schlagworte:  #twalm und #digitalistbesser

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Zitate

"Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe."

Aus einem 4000 Jahre alten Keilschrifttext

Gefördert durch:

Ein Großteil der Jugendbildung der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt findet im Rahmen der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung statt und wird im Rahmen des KJP vom BMFSFJ gefördert.

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