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Streetart der Berliner Art Crew "Tape Over" in Lutherstadt Wittenberg, Foto von Miriam Meir

Bericht

Mit dem Smartphone auf Gottes Wegen: 5 Möglichkeiten der Smartphone-Nutzung zum Globalen Lernen in der Konfi-Arbeit

Ob an der Haltestelle, im Park oder im Restaurant, ob allein oder in der Gruppe: Menschen schreiben, spielen und reden auf ihre Smartphones ein. Wie Körperglieder fügen sie sich in unsere täglichen Handlungen. Sie begleiteten und unterhalten, informieren und lehren uns. Von außen mag es scheinen, als führen sie in die Isolation. Und doch pflegen wir mit ihnen auch Beziehungen, manchmal über große Distanzen hinweg. Wir halten Kontakte oder knüpfen neue Bekanntschaften. In unbekannten Städten lenken sie uns zum Ziel … oder auch zum gut bewerteten Café nebenan. Ein Alltag ohne Smartphone ist für viele kaum noch zu denken, schon gar nicht für Jugendliche. Ein Smartphone in der Kirche ist aber dennoch häufig Neuland. Dabei gibt es längst eine Vielzahl an kreativen Apps, die nicht nur in die Kirche, sondern auch in die gelebte Gemeinschaft führen. 

Inspirationen zur kirchlichen Smartphone-Nutzung fand ich auf dem BarCamp Kirche Online. Vom 11. bis 13. April fanden sich hierfür in Berlin Christinnen und Christen zusammen. Vom Datenschutz bis zur Virtual Reality, vom YouTube Kanal bis zum kirchlichen Hotspot wurde informiert und diskutiert, Ideen ausgetauscht und Pläne geschmiedet. In den Vorträgen und Sessions sammelte ich spannende Impulse und konnte auch selbst meine Erfahrungen mit der Erstellung von Augmented Realities durch die App HP Reveal teilen. So vielfältig die Wege, in denen Smartphones in die Konfi-Arbeit finden, auch sein mögen ­– alle haben gemein, dass sie die Lernenden ins Zentrum stellen. Sie werden selbst aktiv, bestimmen mit und gestalten ihre Lebenswelt ­nach ihren Wünschen und Vorstellungen– eine Grundvoraussetzung auch für das Globale Lernen.

Im Folgenden stelle ich 5 Möglichkeiten vor, Smartphones in die Konfi-Arbeit zu integrieren und zeige Beispiele für Impulse zum Globalen Lernen auf.

  1. Stadtrallyes mit Actionbound

Von der Bibliotheksführung bis zum Jungesellinnenabschied: Die App Actionbound macht Schnitzeljagden digital. Unkompliziert lassen sich am Computer Stadtrallyes und Stationenspiele vorbereiten. (Weges-)Abschnitte können Themen zugeordnet werden und führen die Konfis durch Quiz, Aufgaben, Umfragen und Wettkämpfe. In Kleingruppen von 3-4 Personen ziehen sie umher, sammeln Informationen, stellen Ihr Wissen auf die Probe oder werden mit der Erstellung Texten, Fotos oder Videos selbst kreativ.

Ein Actionbound kann problemlos von den Teamer*innen oder auch den Konfis selbst erstellt werden. Zur Teilnahme braucht jede Kleingruppe ein Smartphone mit installierter App. Internet ist nur zum Anfang des Spieles nötig. Noch unkomplizierter ist es jedoch, einen bereits erstellten ortsgebundenen oder ortsunabhängigen Bound zu verwenden. Das thematische Spektrum reicht von Kinderrechten bis hin zur Reformation in Wittenberg. Zu finden sind sie über die App oder online.

  1. Augmented Realities mit HP Reveal

Vor ein paar Jahren war es beinahe unmöglich durch die Stadt zu spazieren, ohne dabei auf Pokemon-jagende Smartphone-Nutzer*innen zu stoßen. Diese App basiert auf dem Konzept einer Augmented Reality, welche mit der App HP Reveal (ehemals Aurasma) kinderleicht selbst zu erstellen ist. So werden Videos und Animationen in die im Smartphone abgebildete Wirklichkeit integriert. Konfis können ihre Gemeinde virtuell durch die Kirche führen. Im Smartphone werden Gemälde zu Filmen, Menschen auf Fotos beginnen zu sprechen, eine Pflanze wächst aus dem Altar und ein Dinosaurier macht auf den ökologischen Fußabdruck der kirchlichen Heizungsanlage aufmerksam. Das klingt nun vielleicht abstrakt. Der Kreativität sind jedoch keine Grenzen gesetzt. Ich hoffe, bald in einem weiteren Beitrag näher darauf einzugehen.

  1. Die KonApp

Die KonApp wurde von der Deutschen Bibelgesellschaft gemeinsam mit einem Projektteam speziell für den Konfi-Arbeit entwickelt und steht bald für Konfi-Gruppen zur Verfügung. Sie begleitet die Jugendliche durch die Konfirmationszeit, vereinfacht die Kommunikation in der Gruppe und vor allem ermöglicht sie einen digitalen Einstieg in die Bibel. Zielgruppenorientiert stellt sie unterschiedliche Übersetzungen zur Verfügung und hilft dabei, den passenden Konfi-Spruch zu finden. Die Textinhalte werden durch Videos von Konfi- und Jugendgruppen ergänzt. Beiträge werden hierzu noch in einem Filmwettbewerb bis zum 7. Juni gesucht.

  1. Digital-interaktive Präsentationen

In einem vorigen Beitrag bin ich bereits kurz darauf eingegangen: Interaktive Präsentationen sind eine geeignete Methode, um den Unterricht in der Konfi-Arbeit etwas aufzulockern, die Konfis anonym nach ihrer Meinung zu befragen, sie in einem Quiz auf ihr Wissen zu testen oder sie einfach mal für eine gewisse Zeit davon abzuhalten, ihre Smartphones anderweitig ablenkend zu verwenden. Wie wäre es beispielsweise mit einem Quiz zum Smartphone selbst, seinen Produktionsorten und der Verwertung des Gerätes, wenn es kaputt geht?  Bei den Kolleg*innen in Bayern durfte ich neulich auch einer tollen Andacht mit einer interaktiv erstellten Wordcloud zum Wochenpsalm beiwohnen.

Mögliche Anbieter für digital-interaktive Präsentationen sind Kahoot oder Mentimeter. Dabei handelt es sich um webbasierte Apps, die nicht extra auf den Geräten installiert werden müssen. Das Aufrufen einer Webseite und somit eine funktionierende Internetverbindung ist jedoch notwendig. In meiner eigenen Erprobung gab es hin und wieder technische Schwierigkeiten. Ich würde daher auch hier eher zu Kleingruppen mit je einem Handy oder 2 Großgruppen mit je einem Gerät raten.

  1. Social Media Stories

Zu guter Letzt stellt sich ab und an auch die Frage, wie Konfis selbst erarbeitete Inhalte kreativ präsentieren können. Zu den analogen Postern, Bildern oder Texten gesellt sich nun auch die Option einer Social Media Story. Vermutlich können die Konfis selbst am besten erklären, wie soetwas aussehen kann. Selfies, Videos und Emojies vermitteln eine Geschichte oder eine Aussage. Ein kurzer Beitrag der später in der Gruppe geteilt werden kann. Tolle Beispiele zum Story Telling mit Smartphones sowie weitere Ideen zur Smartphonenutzung in der Konfi-Arbeit finden sich auch auf der Seite NEUMEdIER.

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Zitate

"Ich fand es toll, dass einige unserer Wünsche für die Stadt auch tatsächlich wahr wurden."

Rauha, 11 Jahre, Teilnehmerin der Kinderakademie "Wir haben Rechte"

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Ein Großteil der Jugendbildung der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt findet im Rahmen der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung statt und wird im Rahmen des KJP vom BMFSFJ gefördert.

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