Logo Junge Akademie WittenbergJunge Akademie Wittenberg

Politiker/-innen vektorisieren Parteilogos

Bericht

Kreative Herausforderungen für Politiker/-innen in Quedlinburg

Am 08.07. war es soweit: der Endspurt mit einer Woche voller spannender Begegnungstage in Quedlinburg lag noch vor uns, bevor wir das Projekt „Azubis treffen Politik“ erfolgreich abschließen konnten. Wir trafen wieder mit den angehenden Gestaltungstechnischen Assistenten/-innen zusammen, die bereits als eine der ersten Auszubildendengruppen ihr Projekt vor mehr als zwei Monaten am 03.05. geplant hatten. Trotz der zwischendurch verstrichenen Zeitspanne arbeiteten die Jugendlichen bei unserer Ankunft bereits zielstrebig an den letzten Vorbereitungen. Computer und Beamer wurden aufeinander abgestimmt, die Namensschilder für die Gäste vorbereitet, noch einmal die Diskussionsthemen abgesprochen und gezielte Fragen formuliert. Die Auszubildenden hatten bereits vieles selbstständig nach Plan vorbereitet, so dass wir nur uns unbesorgt auf die Ankunft der Gäste freuen konnten.

Gegen zehn vor zehn trafen Petra Sitte von der LINKEn und Detlef Ebert von der FDP am Schulgebäude ein. Nachdem die stellvertretende Schulleitung die Veranstaltung eröffnet hatte, übernahmen die Jugendlichen selbst die Leitung und stellten die Politiker/-innen vor die erste praktische Aufgabe des Begegnungstages: Diese sollten ihre Kunstfertigkeit beim Zeichnen zweier Karikaturen beweisen. Die Zeichnungen zum Thema „Wie sehe ich mich als Politiker/-in?“ und „Wie nimmt die Außenwelt mich als Politiker/-in wahr?“ wurden anschließend an die Tafel geheftet und mit Zeichnungen der Jugendlichen verglichen. Petra Sittes Karikaturen verwies auf ihre Befürchtung, dass viele Bürger/-innen Politiker/-innen als Fische in einem Goldfischglas sehen, in dem jede Menge Wirbel gemacht wird, ohne dass sich bei der Wählerschaft etwas verändere. Ihr Alltag als Politikerin sei jedoch geprägt von zahlreichen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern, mit Interessengruppen und Verbänden. Auch Detlef Ebert merkte an, dass Politiker/-innen ihre Parlamente und Parteibüros nicht nur bei Hochwasserkatastrophen verlassen würden, sondern auch sonst den Kontakt zu den Bürgern suchen – sei es bei Sportveranstaltungen oder auf Betriebsbesuchen. Auf Nachfrage der Jugendlichen sahen beide Verbesserungspotential in der Wahrnehmung der Politik bei den Bürger/-innen, etwa durch mehr Transparenz hinsichtlich Einkünften und Treffen mit Lobbygruppen.

Da es bei der Auswertung der Karikaturen bereits zu lockeren Gesprächen kam, konnte das Moderationsteam gelungen zum Diskussionsteil überleiten, in dem die Jugendlichen ihre Fragen und Anliegen mit den Politiker/-innen besprechen wollten. Gegliedert war die Diskussion dabei in vier Unterabschnitte, in denen die Verbesserung Ausbildung und Förderung von Auszubildenden in der Schule sowie beim Berufseinstieg, das Urheberrecht und die Gema sowie die finanzielle Entlastung während der Ausbildung Thema sein sollten. Deutlich wurde, dass Jugendliche in der schulischen Ausbildung oft vor finanziellen Herausforderungen stehen, wenn der Bafög-Antrag nicht wie erhofft bewilligt wurde, aber die Fahrtkosten mit dem PKW selbst bezahlt und bspw. teure Grafik-Programme für das Üben zu Hause angeschafft werden müssen. Dass hier Verbesserungsbedarf besteht, nahmen auch Frau Sitte und Herr Ebert mit auf ihren Weg.

Nach der Diskussion wartete aber noch eine weitere Herausforderung auf die Politiker/-innen. Zum Abschluss sollten sie sich mit Hilfe eines Computers im Vektorisieren des Logos der jeweils anderen Partei probieren. Gespannt lauschten die Gäste den Anweisungen von zwei Auszubildenden, die sie in die Benutzung des Programms einwiesen. Einige Minuten später hatten die Politiker/-innen auch diese Aufgabe zur Zufriedenheit der Jugendlichen bewältigt und die Beamer warfen vektorisierte Grafiken an die Wand, die den echten Parteilogos zum Verwechseln ähnlich sahen.

In ihrer Auswertungsrunde werteten die Jugendlichen das Projekt und ihre Begegnung als gelungen. Auf den Verlauf des Tages konnten sie stolz sein: Die angehenden gestaltungstechnischen Assistenten hatten Ablauf des Begegnungstages selbst erdacht und mit ihren tollen Ideen ausgefüllt, und auch bei der Durchführung hatten sie Moderationsstärke und Einsatzbereitschaft bewiesen. So weckte der Wochenauftakt Vorfreude auf die verbleibenden Projekttage.

Querverweise

Schlagworte:  Azubis treffen Politik, Azubis und Partizipation

Projekte:  wählerIsCH

print