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Keine Spur von Berührungsangst - Engagierte Diskussion

Bericht

Klasse Anspiel und engagierte Diskussion in Quedlinburg

Es ist der 10.07.2013. Die Teilnehmenden des Begegnungstages „Azubis treffen Politik“ – SchülerInnen des Ausbildungsgangs zur Sozialassistenz der Berufsbildenden Schulen J.P.C. Heinrich Mette und ihre Gäste, Frau Heike Brehmer (Mitglied des Deutschen Bundestages und stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Sachsen-Anhalt) und Herr Stephan Bischoff (Mitglied des Landesvorstands von Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt und Direktkandidat im Wahlkreis 69) wurden soeben von Frau Multhaupt, Lehrkraft der BbS und Beauftragte für Politische Bildung begrüßt, da springt die Tür auf und Sabine Müller* lässt sich stolz von einer Lehrerin** ihr Zeugnis zur Fachhochschulreife überreichen. Zielstrebig erkundigt sie sich nach den Zulassungsbedingungen zur ErzieherInnenausbildung – der erste Rückschlag: ihr gutes Zeugnis sei nicht genug, vor einer Zulassung müsse sie ein Praktikum nachweisen. Sabine Müller macht sich auf die Suche. Doch auch mit dem Praktikum scheint es nicht so einfach zu sein – dafür muss sie eine Haftpflichtversicherung und eine Hepatitis-Impfung nachweisen können. Von ihrer Krankenkasse erhält sie die Information, dass sie die Kosten dafür selbst tragen muss. Schließlich erhält sie doch noch die erleichternde Nachricht, einen Ausbildungsplatz zu erhalten – doch auch hier tritt schnell Ernüchterung ein: Sabine muss vor der Ausbildung zur ErzieherIn die Ausbildung zur SozialassistentIn machen – eine weitere Vollzeitausbildung ohne Gehalt.

Mit dieser kleinen Szene verdeutlichen die Auszubildenden der Klasse den beiden PolitikerInnen in Kürze, mit welchen Schwierigkeiten und Fragen viele von ihnen konfrontiert sind – wieso muss vor der Ausbildung zur ErzieherIn die Ausbildung zur SozialassistentIn gemacht werden? Wieso werden Kosten für Voraussetzungen, wie Impfungen nicht übernommen? Was, wenn die Familie keine finanzielle Unterstützung leisten kann? Mit ihren Gästen per Du entwickelte sich daraus eine lebendige Diskussion. Die Auszubildenden hatten recherchiert und richteten ihre Fragen direkt an die jeweilige Person: Frau Brehmer, Sie haben eine Lehre in der Gastronomie gemacht – aber haben Sie auch Arbeitserfahrungen in diesem Bereich gesammelt? Sowohl Heike Bremer, als auch Stephan Bischoff konnten sich mitunter aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen in der Ausbildung und Arbeit gut in die Fragen der Auszubildenden hineinversetzen und kompetent beraten. So wurde über Themen der Ausbildungsdauer, Zulassung, der Wahl des Ausbildungsortes und Möglichkeiten finanzieller Unterstützung diskutiert und schließlich auch auf aktuelle Themen eingegangen – die Flutschäden und die Finanzkrise in Griechenland.  Stephan Bischoff appellierte an die Auszubildenden, die Programme der verschiedenen Parteien zu prüfen und für die eigenen Anliegen zu kämpfen -  wieso so wenig in die Gesellschaft und der Förderung des sozialen Sektors investiert wird, müsse stärker diskutiert werden. Frau Brehmer erinnerte daran, dass das Recht auf freie Wahlen einst hart erkämpft worden war und legte den Auszubildenden ans Herz, dieses Recht zu nutzen.

Nach der Abreise der Gäste äußerten die Auszubildenden, dass sie überrascht waren, wie interessiert und offen die PolitikerInnen mit ihnen diskutiert hatten und über deren offenen Schlagabtausch. Einige wollen zur Vorbereitung auf die Wahlen sogar nochmal genauer in Parteiprogramme schauen , um zu prüfen, welche Partei die Themen von Auszubildenden und ArbeitnehmerInnen in sozialen Einrichtungen am besten berücksichtigt.

*der Name ist erfunden 

**gespielt durch eine Schülerin der Klasse

Querverweise

Schlagworte:  Azubis treffen Politik, Azubis und Partizipation

Projekte:  wählerIsCH

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Zitate

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Aus einem 4000 Jahre alten Keilschrifttext

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