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Publikation

Praxishandreichung "Reformation und die Eine Welt"

Das Jahresthema der Reformationsdekade 2016 „Reformation und die Eine Welt“ kann aktueller kaum sein. Maßgeblich seit dem letzten Sommer sind Millionen von Menschen global unterwegs und Asien, Afrika und Europa werden verstärkt „Eine Welt“. Die aktuelle Herausforderung für die Jugendbildung liegt diesbezüglich darin, mit den Jugendlichen die daraus resultierenden Themen, Probleme und Konflikte zu diskutieren, ohne sich dabei nur auf die gegenwartsbezogenen und medial präsenten Sichtweisen, Erklärungsmuster und Problemfelder zu beschränken. 

Es ist eine Haltung nötig, die keine Denktabus gelten lässt und einem offenen respektvollen Gespräch verpflichtet ist. Hannah Arendt bezeichnete dies als „Denken ohne Geländer“.
Betrachtet man das Werden der „Einen Welt“, kann man feststellen, dass es bis zur Reformation im 15. und 16. Jh. zurück geht. Hier begannen mit den Fuggern, der Entdeckung neuer Welten, Mission und Kolonisierung Tendenzen einer „Globalisierung“. Technische Entwicklungen wie der Buchdruck revolutionierten Europa und die ganze Welt. Interreligiöse Konflikte wurden seit 1529 mit der ersten osmanischen Belagerung von Wien auch im europäischen Raum manifest. 
Hinzu kamen die einschneidenden Erneuerungen im Gottes-, Welt- und Menschenbild und in den Lebensverhältnissen der Menschen durch die Reformation. Die „kleine Welt“ der Menschen der damaligen Zeit geriet aus den Fugen und führte nicht selten zu Verängstigung, Intoleranz und Gewalt. 
Die Flüchtlingsproblematik heute stellt Europa und damit die uns vertraute Welt wie damals vor völlig neue Herausforderungen. Niemand weiß, wie sie zu lösen sind und wie sich unsere Welt in absehbarer Zeit verändern wird. Auch in unseren Tagen erleben wir, dass Menschen darauf höchst unterschiedlich reagieren: Mit Ängsten und Verunsicherung, die zu schnellen und endgültigen Lösungsversuchen verführen - aber auch mit Optimismus, Gemeinschaftsgefühl und einer Gelassenheit, welche sich auf das Funktionieren demokratischer Verhältnisse stützt.

Die Texte unserer Praxishandreichung zum Jahresthema der Lutherdekade 2016 "Reformation und die Eine Welt" entstanden anlässlich einer Fortbildung zum Thema „Reformation und die Eine Welt“. Sie zeigen eine afrikanische Sicht auf die 

Folgen von Mission, Kolonisierung und Entwicklungshilfe, berichten über das aktuelle Selbstverständnis reformatorischer Kirchen weltweit und stellen zwei Praxisanregungen vor zum künstlerischen Umgang mit Klischeebildern z.B. in der Spendenwerbung für Afrika und zur Schärfung der Aufmerksamkeit auf unseren Sprachgebrauch in der Debatte um „Flüchtlinge“. 

Die Publikation wurde erstellt im Auftrag der Kommunikationsplattform der Arbeitsgemeinschaft Schule und Bildung des Lenkungsausschusses der Lutherdekade.

Querverweise

Schlagworte:  Reformation und Eine Welt

Projekte:  Denkwege zu Luther

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