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Maria Gorshyhina / Foto: Kateryna Chernii / Evangelische Akademie

Bericht

Mariia Gorshykhina

Mariia strahlt Lebenslust aus sowie die Bereitschaft, immer wieder etwas Neues zu entdecken und kennenzulernen. Sie hat keine Angst vor Problemen und sagt, dass man Anderen vor allem Freude und Wärme schenken muss. Nach dem Studium hat sie sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr in Deutschland entschieden, weil  sie, wie sie sagt, immer auf der Suche nach sich selbst ist und man keine Angst haben sollte, sein Leben zu ändern.

In letzter Zeit bin ich viel gereist und habe an verschiedenen Veranstaltungen, Ferienlagern, Konferenzen, Seminaren und Festivals teilgenommen. Ich liebe es  zu singen, Filme anzugucken und an verschiedenen Ausstellungen, Buchmessen oder Flohmärkten in Kiew teilzunehmen. Ich versuche, jeden Moment zu genießen, neue Leute kennenzulernen und Spaß am Leben zu haben.

Schon seit 7 Jahren bin ich Freiwillige bei der YMCA (Young Men Christian Association) in Kiew. Ich habe als Betreuerin im Ferienlager gearbeitet und habe bei der Organisation von unterschiedlichen Veranstaltungen geholfen. In der Ukraine habe ich auch  an kleinen Freiwilligenaktionen teilgenommen. Zum Beispiel haben wir viel mit Kindern gearbeitet und Waisenhäuser besucht. Seit sieben Jahren kommen Freiwillige aus Kiew oder aus anderen lokalen Organisationen der YMCA nach Leipzig, wo ich jetzt meinen Freiwilligendienst mache.

Die YMCA ist eine der größten Jugendorganisationen der Welt. Sie wurde in London im Jahre 1844 von George Williams gegründet und umfasst heute rund 45 Millionen junge Menschen in über 120 Ländern.

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Ich widme nicht jede freie Minute meinem Freiwilligendienst, wenn ich allerdings Zeit und Gelegenheit dazu habe, helfe ich immer gerne.Warum auch nicht?
Mir fehlt nie die Lust, Anderen etwas Gutes zu tun.

Unser Land werden diejenigen ausbauen, die in der ersten Linie etwas für Andere tun und nicht nur für sich selbst.

Ich glaube, wenn jeder mindestens 3% seiner Freizeit für etwas Freiwilliges nutzen würden, hätten wir die Frage :"Wie kann man die Ukraine ändern?“ gar nicht.

Was verstehe ich unter dem Motto "Ukraine bin ich "
Die Ukraine hat eine riesige, große Seele.  Jeder von uns ist ein Teil dieser Seele. Ich finde es sehr toll, dass heutzutage viele junge Menschen umherreisen  und diese Idee der Seele der Ukraine verbreiten.

Ich finde es normal und selbstverständlich, sein  Land  zu lieben, seine Wurzeln zu kennen und zu wissen, aus welcher Region du kommst, als auch stolz auf sein Land zu sein.

Ich habe folgende Lebenseinstellungen: Immer Mensch zu bleiben, egal was passiert. Man darf sich selbst und seine Liebsten nie verraten. Man soll seine Karriere niemals über alles andere stellen.

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Deutschland hat mir beigebracht unabhängig zu sein und alle Probleme selbst zu lösen. Ich habe verstanden, dass wenn ich sie nicht löse, macht es niemand anderes. Natürlich war das für mich alles ein bisschen viel am Anfang. Mir wurde bewusst, dass ich alleine bin. Ich habe mein Leben etwa 3 oder 4 Monate umgebaut und habe viel nachgedacht. Es war auf jeden Fall meine erste Erfahrung als „Erwachsene“, die ich so nie in der Ukraine erlebt hätte.

Natürlich gibt es einen Unterschied in der Mentalität. Ich benehme mich in Deutschland nicht genauso wie ich mich mit meinen Freunden oder sogar Bekannten in Kiew benehme. Meine Aufrichtigkeit und Offenheit wird hier eher zurückhaltend aufgefasst. Meiner offenen Art gegenüber den Menschen hier steht häufig Verschlossenheit entgegen. In Kiew ist das ganz anders. Wir sind eher bereit, uns zu öffnen.

Hier in Deutschland zeigen sich alle deine Ängste an der Oberfläche. Du stehst wie vor einem Spiegel und siehst dich  selbst: "Nun, Maria, du bist in Deutschland, toll. Und du sagst, dass du super gut Deutsch sprichst? Komm, dann geh auf die Straße und rede mit Leuten!“

Mein Ziel Nummer 1 ist es, mich selbst zu finden. Ich möchte später in der Ukraine leben und das meine Familie auch dort wohnt. Das ist meine eigene,  bewusste Entscheidung. Ich möchte mein Leben irgendwie so organisieren, dass ich in der Ukraine arbeiten kann, aber auch eine Möglichkeit habe, viel zu reisen. Jetzt bin ich auf dem Weg, um für mich selbst zu erkennen, was ich dieser Welt geben kann und was ich von dieser Welt bekommen kann.

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Querverweise

Projekte:  Ukraine bin ich

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Maria Gorshyhina

• geb.1993
• Kiew
• studierte die Sprachwissenschaft und das Management in Kiew
• seit 2008 Freiwillige bei der YMCA (Young Men Christian Association) in Kiew
•  arbeitet seit September 2014 als Freiwillige bei der YMCA - Leipzig
• wohnt in Leipzig

Diese Arbeit ist entstanden als eigenverantwortliches Projekt (EVP) im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres im politischen Lebens

Träger des FSJ Politik sind die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd), Landesverein Sachsen-Anhalt e. V.
Gefördert wird das FSJ Politik durch den Europäischen Sozialfonds über das Land Sachsen-Anhalt sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

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Unterstützung

Projekt "Ukraine bin ich" wird von "Think Big" unterstützt.
"Think Big ist ein gemeinsames Programm der Fundación Telefónica und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gemeinsam mit O2."

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Gefördert durch:

Ein Großteil der Jugendbildung der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt findet im Rahmen der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung statt und wird im Rahmen des KJP vom BMFSFJ gefördert.

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